Was Dich an Deiner Aufgabe hindert, IST Deine Aufgabe

Handlettering „Was Dich an Deiner Aufgabe hindert, IST Deine Aufgabe“ Schriftzüge von Sprüchen, Zitaten, Wortspielen und Ambigrammen.

Liebe Leute,

kleine Abschweifung vorab: Ab und an übernehmen wir Begriffe aus dem Englischen.
Das ist nachvollziehbar und sinnvoll z. B. bei Fachvokabular oder Slang, wo nicht eins zu eins übersetzt werden kann oder sogar eine neue Bezeichnung für eine neue Sache her muss.
Aber es ist jämmerlich peinlich, wenn man etwas nur um des Euphemismus Willen englisch benennt. So sind  also beispielsweise Putzkräfte was für, haha, Loser. High-Performer buchen einen Facility Cleansing Engineer. Ach, englisch klingt’s gleich so frikkin cool!
Und einige Begriffe sind schon so eingesickert, dass man gar keinen nichtenglischen parat hätte. Darum war ich freudig überrascht zu lernen, dass die Schweizer ein richtiges Wort für die To-do-Liste haben. Die sagen „Pendenzenliste“.
So weit zur Abschweifung.
Betreiben Sie eine Pendenzenliste? Dann sind Sie gewiss mit dem Mirakel vertraut, dass man die ein oder andere Aufgabe nie erledigt bekommt und sie darum erneut der Liste des folgenden Tages einverleiben muss.
Aus der Praxis: Sie hatten sich fest vorgenommen, den Okapis die Hufe zu bürsten, aber es ist wie verhext! Immer kommt etwas dazwischen:

  1. Die Bürste hat keine Batterien mehr;
  2. die Okapis weigern sich, die Moonboots auszuziehen;
  3. Sie wissen eigentlich gar nicht, wie man die Hufe von Okapis sachgerecht bürstet, bzw.
  4. ob das überhaupt richtig, wichtig oder nichtig ist.

Nur: Das kommt nicht dazwischen. Man muss es als das sehen, was es ist: Die hinreichenden Aufgaben, die Sie auf dem Weg zu Ihrem Ziel erledigen müssen.

Shneadle Woods

Liebe Leute,

stellen Sie sich eine Soap Opera vor, die in einem Sommercamp spielt. In dem Sprösslinge aus gehobenen Schichten ihre Dramen aufführen.
Das sind die offiziellen Logos dieses Sommercamps.
„Es herrscht geschäftiges Treiben bei der Ankunft der Jungen und Mädchen unter den sonnendurchfluteten Wipfeln von  … „

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Ja, wer hat denn angefangen?

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Liebe Leute,

in manchen Filmen werden – so kommt es mir zumindest vor – Phrasen-Bausteine sonder Zahl wieder und wiederverwertet. Von den folgenden ist Ihnen womöglich der ein oder andere auch schon begegnet (ggf. mit kleinen Abweichungen):

„Ich werde Dich hier rausholen, das versprech ich Dir!“
„Na los, Leute, ihr habt gehört, was der Lieutenant gesagt hat!“
„Gibt es ein Problem, Officer?“
„Macht’s gut, ihr Idioten! Wir sehen uns in der Hölle wieder!“
„Du hältst dich wohl für besonder schlau, Dicker?“
„Ich hasse dich! Ich wünschte, du wärst tot!“

Meine Favoriten-Phrase entspringt folgendem Szenario:
Der Oberschurke der Geschichte ist im Begriff, eine besonders niederträchtige, was sag ich, schurkische Schurkerei zu begehen. Er wird dabei auf frischer Tat vom Filmhelden erwischt, der ihn nach allen Regeln der Kunst unschädlich macht. Oft sind dabei die wichtigsten Charaktere anwesend, damit allen jenseits eines Hauchs eines Zweifels klar ist: Er ist der Scheißkerl. Aber was sagt der zu alledem? Er belfert: „Das wirst du mir büßen, [Name des Filmhelden]!“

An dieser Stelle wünscht sich das kindliche Gerechtigkeitsempfinden in meinem Hinterkopf ein ausverkauftes Kino, dessen Publikum aufsteht und den Scheißkerl anbrüllt: „Ja, wer hat denn angefangen?“

Wer’s nicht weiß, muss dran glauben! Scheiße, was?

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Liebe Leute,

aber zu glauben ist doch gut! Der Glaube versetzt doch Berge, heißt es!
Ach kommen Sie, wir wissen doch, dass es auf den Zusammenhang ankommt.
Springt Herr X von einer Klippe, beseelt vom tiefen Glauben, fliegen zu können, dann beweist sein Ableben durch den Aufschlag: Nee. Konnt‘ er nicht. Hätte man wissen können.
Hat Frau Y in allen Klausuren ordentlich abgeschnitten, legt das nahe, dass sie auch ihr Abitur schaffen wird. Sie sollte an sich glauben. Tut sie es nicht, könnte sie sich Prüfungsangst bis zur Blockade herbeiglauben. Hätte man wissen können.
Soweit zum Unterschied zwischen Phantasterei und berechtigter Erwartung, die beide als Glauben bezeichnet und darum oft in einen Topf geschmissen werden. So funktioniert’s aber nicht.

Aber heißt es denn nicht auch: „Ich weiß, dass ich nichts weiß“? Yep, heißt es auch. Und das bedeutet, je tiefer man eine Materie durchdringt, desto besser erkennt man, was alles man noch nicht erfasst hat oder vielleicht niemals herausbekommen wird. Das ist kein Grund, auf erworbene Erkentnisse zu pfeifen und lieber an einen substanzlosen Mist zu glauben.
Wissen ist lediglich eine Annäherung an die Wirklichkeit. Ein Prozess. Eine stete Weiterentwicklung.
Dagegen berufen sich viele Sorten von Glaube auf „altes Wissen“, auf ein unverrückbares Dogma, das niemals hinterfragt werden darf, selbst wenn es offenkundig himmelschreiender Schwachsinn ist.

Also …