In dubio pro crastination

Handlettering „In dubio pro crastination“ Schriftzüge von Sprüchen, Zitaten, Wortspielen und Ambigrammen.

Liebe Leute,

okay, in den allermeisten Fällen ist es ein Grundpfeiler kluger Faulheit, nichts aufzuschieben. Viele Aufgaben gebären nämlich Junge, die umso aufwändiger zu bändigen sind, je länger man sie gewähren lässt.
Doch zuweilen bedarf es der kleinen Verzögerung.
Dazu folgender Versuchsaufbau: Sie stehen am Herd und das Öl in der Pfanne vor Ihnen entzündet sich. Die Flammen bedrohen nun mit Vehemenz die Unversehrtheit, wenn nicht gar den Fortbestand von Ihnen und Ihrer Küche.
Es ist eine Situation, die zu lösen gleichermaßen dringend wie wichtig ist. Dagegen ist der Verbleib Ihrer Augenbrauen zu diesem Zeitpunkt sekundär.
Nun befindet sich ein Eimer Wasser in Reichweite, der sich als naheliegende Lösung verkleidet hat.
„Aber nein!“, rufen nun die Informierten dazwischen, „Wasser löst eine physikalische Explosion aus! Leg den Deckel drauf!“
Kluges Innehalten versus Blinder Aktionismus:
1:0 nach (Lebens-)Verlängerung.

Für Nichtlateiner und -juristen:
Die lateinische Wendung „In dubio pro reo“ heißt „Im Zweifel für den Angeklagten“ und stellt die womöglich wichtigste Errungenschaft in der Rechtsprechung dar.
„Procrastination“ kommt vom ebenfalls lateinischen procrastinare, „vertagen“. Es beschreibt das Aufschieben von Arbeit in quasi krankhaftem Ausmaß.

Zusammengefasst heißt „In dubio procrastination“ also … ?
Aber obacht: Das ist nur gefälschtes Latein, damit der Wortwitz aufgeht.

*  mokant bedeutet spöttisch. Mein Lexikologe hat mir empfohlen, regelmäßig weniger geläufige Begriffe zu verwenden, damit mein Vokabularmuskel geschmeidig bleibt.

Am Arsch die Räuber

Handlettering „Am Arsch die Räuber“ Schriftzüge von Sprüchen, Zitaten, Wortspielen und Ambigrammen.

Liebe Leute,

kennen Sie die Redewendung „Am Arsch die Räuber“? Ich bin mir nämlich nicht recht schlüssig, wie verbreitet sie tatsächlich ist. Also, für den Fall, dass Sie damit noch nicht in Berührung gekommen sein sollten:
Es handelt sich um eine besondere Art der Ablehnung, die sich je nach Bedarf arrogant, mokant*, drohend oder staatsmännisch souverän aufladen lässt. Die dem Gegenüber unmissverständlich verdeutlichen soll, dass sein Ansinnen fernab jeglicher Diskussion ist.
Anwendungsbeispiele:
[1]
– „Würden Sie meinen Okapis die Hufe bürsten?“
– „Am Arsch die Räuber.“
[2]
– „Wir würden gerne mit Ihnen über Gott reden.“
– „Am Arsch die Räuber.“

*  mokant bedeutet spöttisch. Mein Lexikologe hat mir empfohlen,  regelmäßig weniger geläufige Begriffe zu verwenden, damit mein Vokabularmuskel geschmeidig bleibt.

Ambigramm You’ve got to take/give a little …

Handlettering/Ambigramm „You’ve got to take/give a little …“ – Schriftzüge von Sprüchen, Zitaten, Wortspielen und Ambigrammen.

Liebe Leute,

selbst den Besten unter uns dürfte bereits das zweifelhafte Vergnügen einer … nun, sagen wir mal zurückhaltend: nicht ganz gesunden Beziehung widerfahren sein. Dergestalt, dass immer die eine Seite nur gibt, während immer die andere Seite nur nimmt.
Diejenige Seite, die mehr nimmt als gibt, erkennt man zuweilen an dem Vorwurf: „Aber das kann man doch nicht gegeneinander aufrechnen!“ Na, welcher Nettonehmer würde das nicht behaupten? Ist aber Humbug. Natürlich kann man gegeneinander aufrechnen, sollte man sogar; und warum denn auch nicht? Mit welchem Recht würde man nur von einem der Beziehungsteilnehmer Engagement verlangen dürfen, nicht aber vom anderen? Also.
Damit die Beziehung gesund ist, lässt sie sich auf folgende Formel bringen:
„You’ve got to TAKE a little, GIVE a little …“

Das hier ist ein Ambigramm, welches zwischen den Begriffen „Take“ und „Give“ hin- und herspringt. Es kann Ihnen übrigens durchaus widerfahren, dass Sie das nicht auf Anhieb erkennen. Grämen Sie sich nicht. Das liegt in der Natur der visuellen Mehrdeutigkeit.

Es gibt aber auch Ambigramme, die sich um 180° drehen lassen und dann wieder den exakt gleichen Schriftzug bilden. Oder vielleicht sogar ein anderes Wort, wie ich es auf dieser Seite präsentiere.
Diese technischen Aspekte wollte ich noch erläutert wissen.

Ambigramm dead/alive

Handlettering/Ambigramm „dead/alive“ – Schriftzüge von Sprüchen, Zitaten, Wortspielen und Ambigrammen.

Liebe Leute,

im Ruhemodus, also mit der Öffnung nach unten, lesen wir auf dieser Kaffeetasse „dead“.
Drehen wir sie nun – zum Behufe des Einfüllens von Kaffee – in den Aktionsmodus, dann heißt es, o Wunder „alive“!
„Ja, lex am Hinterleib“ mag da ein mancher ausrufen. Hexerei? Ja, sicher, was dachten Sie denn?
Und nun schauen Sie mir in die Augen* und sagen mir, dass Sie für diese klare Botschaft des Kaffees nicht empfänglich wären …

* Das ist natürlich ein Trick. Durch’s Internet können Sie mir ja gar nicht in die Augen schauen.

Übrigens: Nicht alle Ambigramme müssen um 180° gedreht werden, damit sie ein anderes oder wieder den exakt gleichen Schriftzug bilden.
Denn gibt es auch noch solche wie dieses hier, das nicht gedreht werden muss, sondern bereits in „Ruhestellung“ zwei verschiedene Worte darstellt. Ambig eben.
Das wollte ich zur technischen Seite noch erläutert wissen.