Sei besser als gestern. Nur ’n bisschen.

Handlettering „Sei besser als gestern. Nur ’n bisschen.“ Schriftzüge von Sprüchen, Zitaten, Wortspielen und Ambigrammen.

Liebe Leute,

das Thema Selbstoptimierung ist schon ein merkwürdiges.
Da wird beklagt, dass ein noch leistungsfähigeres Individuum nur dem ausbeuterischen, kapitalistischen System nützen würde. Oder dass ein ewiges „Schneller, höhe, weiter“ nur unglücklich machen würde, weil es ja immer noch schneller, höher, weiter gehe.
Hm. Was, wenn ich Ihnen jetzt verriete, dass Sie sich zu Ihren Gunsten, nach Ihren eigenen Regeln, mit Ihren eigenen Zielen weiterentwickeln können? Dass Sie einen feuchten Lehm drauf geben können, ob Ihre selbst gewählte Verbesserung irgendjemandem sonst dienen könnte? Außer Ihrem Wohlbefinden?
Wäre schon cool, oder?
Und jetzt kommt‘s: Das ist bereits so. Das können und dürfen Sie. Schon die ganze Zeit.
Und nun stellen Sie sich vor, dass Sie sich in irgendetwas, was Sie selbst für erstrebenswert halten, jeden Tag ein bisschen verbessern würden. Sagen wir mal um ein einziges Prozent. Wo wären Sie wohl in einem Jahr?

Der Tag ist Dein Freund oder Dein Lehrer

Handlettering „Der Tag ist Dein Freund oder Dein Lehrer“ Schriftzüge von Sprüchen, Zitaten, Wortspielen und Ambigrammen.

Liebe Leute,

stellen Sie sich vor, wie Sie morgens, vor Energie nur so strotzend, aus dem Bett springen und es kaum erwarten können, Ihre heutige Aufgabe in Angriff zu nehmen. Eine Aufgabe, die genau im richtigen Maße herausfordernd ist, der Sie sich ab-so-lut gewachsen fühlen, die Sie an den metaphorischen Hörnern packen wollen. Wenn es klappt, wird der Tag fraglos Ihr Freund.
Doch es könnte auch so ablaufen:
Sie zerdeppern die volle Kaffeekanne mit maximaler Streuwirkung; das Internet fällt aus; Sie müssen alle zehn Minuten auf die Türklingel reagieren, nur um Pakete für Nachbarn entgegenzunehmen, die am anderen Ende des Kontinents wohnen; Marketing-Umfrage-Anrufe unterbrechen Ihre Konzentration an den Stellen, wo eine Lösung zum Greifen nahe ist; Ihre Großtante stirbt und hinterlässt einen Berg Schulden und 35 Okapis, denen Sie für den Rest Ihres Lebens die Hufe bürsten müssten. Die verpilzten.

Ähem, und wie soll das eine Lehre sein? Na, so:
Die zerdepperte Kaffeekanne lehrt im besten Fall, ein Missgeschick nicht schwerer zu nehmen als nötig, sondern es schnell abzuhaken.
Das ausgefallene Internet kann man natürlich bis zum Stimmverlust beschimpfen; oder man erkenne an, dass man keinen Einfluss darauf hat. Dann widme man sich stattdessen der nächstwichtigeren Aufgabe, die es offline zu beackern gibt.
Was klingelnde Telefone und klingelnde Klingeln betrifft: Wenn man für eine Aufgabe mehrere Stunden richtiger Konzentration bedarf, gilt konstruktive Ignoranz als Akt der Notwehr. Jedesmal, wenn man aus tiefer Konzentration herausgerissen wird, braucht man locker 15 – 20 Minuten, um den Fokus wiederherzustellen. Wie ineffizient. Wie nervig und unnötig anstrengend.
Und Ihre Großtante war eh ‘ne olle Zippe, wenn sie Ihnen nur Schulden und Okapis hinterlässt. Verpilzte Okapis.

Übrigens wird der Tag nicht irgendwie rückwirkend noch voll toll, weil man Lehren daraus zieht. Er wird nur weniger Scheiße, weil man in Zukunft was davon hat.

Bleib doch cool

Handlettering „Bleib doch cool“ Schriftzüge von Sprüchen, Zitaten, Wortspielen und Ambigrammen.

Liebe Leute,

es gibt so Tage, da reiht sich eine kleine, nervige Scheiße an die andere. Einzeln betrachtet wäre jede davon spielend leicht zu veratmen. In Serie allerdings sind sie geeignet, selbst einen %§$%-Heiligen zur Detonation zu bringen.
Eine Beispielkette:
Sie kommen an den Bahnhof und möchten gerade ein Ticket ziehen, da bemerken Sie, dass Ihr Schnürsenkel offen ist. Sie knien sich hin, um Ihren Schuh zu binden, da reißt der Schnürsenkel. Direkt an der Öse. In diesem Moment fährt Ihre Bahn ein, während eine Gruppe chinesischer Touristen alle Ticketautomaten in Beschlag nimmt. Es regnet.
Ihre Aufgaben (den Schnürsenkel so zu verknoten, dass eine provisorische Schuhbindung möglich ist, ein Ticket ziehen, die S-Bahn erwischen) rücken in illusorische Ferne. Nass sind Sie schon. Es ist arschkalt.
In Sekundenbruchteilen erreicht Ihre Gleichmut ein Level, dass Sie den Hersteller Ihrer Schnürsenkel einem beliebigen Gott opfern würden, der für miese Wahrscheinlichkeiten zuständig ist.
Ach, Sie … kennen vergleichbare Situationen?

Der Sinn des Lebens ist ein Leben mit Sinn

Handlettering Schriftzug „Der Sinn des Lebens ist ein Leben mit Sinn“ Handgeletterte Schriftzüge von Sprüchen, Zitaten, Wortspielen und Ambigrammen.

Liebe Leute,

Na, dieses Handlettering klingt ja fast ein wenig nach Zirkelschluss. Jedenfalls, wenn man ernsthaft erwartet, dass irgendwann, irgendwo, irgendwer um die Ecke kommt und zu einem sagt: „Möchtest du den Sinn des Lebens erfahren? Ich kann dir helfen …“
Sollte Ihnen tatsächlich mal so jemand begegnen, misstrauen Sie ihm erstmal ganz entspannt. Immerhin geht es um eine der kniffligsten Fragen der Menschheit, an der sich schon Generationen großer Geister die Zähne ausgebissen haben*. Was qualifiziert also ausgerechnet den dahergelaufenen Irgendjemand zu einer so … ehrgeizigen Ankündigung?
Eine sehr gute Frage.
Da gibt es zwei Möglichkeiten.

Erstens: Der Irgendjemand hat seinen Sinn des Lebens selbst ausgebrütet.
Wenn er jetzt in all seinem Handeln beweist, dass man der Weisheit seiner Worte rückhaltlos vertrauen kann, dann ist vielleicht mehr dran.
Wenn nicht, lehnen Sie dankend ab und ziehen Ihrer Wege.

Zwotens: Der Irgendjemand hausiert mit einem Sinn des Lebens im Namen einer Ideologie oder Religion oder artwerwandtem Quatsch mit Soße. Wenn er sein Handeln danach ausgerichtet hat, besagt das in diesem Zusammenhang lediglich, dass er den Regeln seines Auftraggebers folgt. Ob diese Regeln dadurch sinnstiftender werden, ist eine ganz andere Geschichte.
Denn das Problem der meisten Ideologien und Religionen ist, dass sie ihre Wahrheit als universell gültig darstellen: Gültig für alle, immer, überall. Wenn sie sich nicht selbst die Existenzberechtigung nehmen wollen, dürfen sie diese Wahrheit unter keinen Umständen in Frage stellen lassen.
Und so wurden die verzweifelt Sinnsuchenden mit falschen Versprechungen oder erfundenen Phantomen gelockt oder die Andersdenkenden mit Gewalt missioniert.
Damit bekommt das Leben keinen Sinn. So weit, so offensichtlich.

Was folgern wir daraus? Dass der Sinn des Lebens eine ziemlich individuelle Angelegenheit ist. Etwas, was man sich selbst geben sollte. Und das kann so ziemlich alles sein, wenn man sich damit gut fühlt und es nicht auf dem Leid anderer basiert.
Wenn man sich einen Sinn gibt, hat das Leben einen Sinn.

*Abgesehen von 42, aber wir wissen ja, das schon die Frage falsch formuliert war …